MIT HANF DIE WELT ÄNDERN

Die Hanfpflanze wird umfassend gesehen und genutzt: nicht nur die Blüten, die Samen oder Hanfschäben werden verwertet, sondern sie wird in ihrer ganzen Komplexität gesehen, im Hinblick auf all das, was sie den Menschen und der Umwelt zu bieten vermag. Die Pflanze ist dermaßen vielfältig, dass bisher noch nicht alle Anwendungen und Nutzungsbereiche bekannt sind.

HANF: UNSERE VISION

Wir von Ecopassion sind vor sieben Jahren in Südtirol mit der Entwicklung und der Anwendung von ökologischem Baumaterial aus Hanfschäben und Kalk gestartet. Seither hat sich Ecopassion ständig weiterentwickelt. Die Pflanze verhalf uns zu einem Paradigmenwechsel in sozial- ökonomischer Hinsicht. Den Weg den wir einschlugen, war der, Seite an Seite mit den Landwirten zu arbeiten, ihre Bedürfnisse anzuhören, ein Gleichgewicht zu finden um gemeinsam zu wachsen und an einer Lieferkette zu arbeiten. Es wäre sinnlos, die Landwirte zum Hanfanbau zu bewegen, wenn die Absatzmöglichkeiten für die verschiedenen Teile der Pflanze nicht gewährleistet sind. Deshalb arbeiten wir an und mit einem Gesamtkonzept, das Anbau und Absatz im Blick behält. Die Hanfschäben werden z.B. im ecologischen Bausektor verwendet, Ziegel aus Hanfschäben und Kalk werden in Südtirol damit produziert, die Hanffasern können den Textilsektor beliefern. Bevor jedoch nicht die richtigen Synergien geschaffen werden, gibt es keine Zukunft für den regionalen Hanfanbau. Wir haben viel Zeit in diese Synergie investiert und finden stets, dank unseren Partnern, die richtige Balance in den verschiedenen Bereichen.

RICHTLINIEN UND STANDARISIERUNG

Unsere Arbeit besteht vor allem im Entwickeln von Leitlinien, die sowohl für andere Unternehmen als auch für die Landwirte wichtig sind. Es handelt sich um die Notwendigkeit, die Anbau- und Verarbeitungsprozesse zu standarisieren. Wenn wir den Landwirten klare Richtlinien geben und dabei das Endprodukt bereits im Auge haben, wird alles viel einfacher. Wenn hingegen der Landwirt Hanf anbaut, ohne zu definieren, zu welchem Zweck der Rohstoff verwendet werden soll, welche Eigenschaften wie Korngröße und Sauberkeit er besitzen muss, so wird er auch keinen Abnehmer finden. Um z.B. einen Ziegel aus Hanf und Kalk herzustellen und vermarkten zu können, muss man von zertifizierten, standarisierten Rohstoffen ausgehen. Die heutigen Mängel sind unser Anreiz, in Zukunft an bestimmten Prozessen zu arbeiten.

 

DIE HANFPFLANZE

Hanf muss als Pflanze bewertet werden, die in ihrer Gesamtheit verarbeitet werden muss. Dabei ist die enkeltaugliche Landwirtschaft mitgedacht. Nur so können wir den Landwirten ihren Gewinn sichern. Um für die Hanfprodukte auf dem Markt Nachfrage zu schaffen, haben wir zuerst mit der Aufklärung begonnen. Dabei war es nicht nur wichtig, die Menschen über die Eigenschaften der Hanfprodukte zu informieren, sondern zu kommunizieren, dass Hanf eine Nutzpflanze ist, welche der Menschheit schon seit über 10.000 Jahren dient. Im Laufe der Jahre haben wir auf mehr als 400 Veranstaltungen in unserer Region teilgenommen und die Nutzungsmöglichkeiten von ökologischen Baustoffen, Kosmetikprodukten, CBD-Extrakten, Textilen bis hin zu den Lebensmitteln erklärt und essbare Produkte verkosten lassen.

DER MARKT

Wenn der Mensch die Pflanze und ihre Eigenschaften wieder kennen gelernt hat, muss gehandelt werden, indem Nachfrage nach Hanfprodukten geschaffen wird. Dabei darf nie die gesamte Verwertung der Hanfpflanze aus den Augen verloren werden, damit für alle gewinnbringende Produkte entwickelt werden, welche dem Menschen im Einklang mit der Natur Nutzen bringen. Vor dem Anbau von Hanfpflanzen sollte man daher genau wissen, für welche Endprodukte dieser verwendet werden soll, damit auch die richtige Wahl der Hanfsorte getroffen werden kann, und die Richtlinien des Abnehmers eingehalten werden können. Sollte der Hanf z. B. für die Textilproduktion verwendet werden, so sollte man sich vorher bei einem Hanftextilproduzenten genauestens informieren, da nur er wissen kann, welchen Anforderungen die Hanffasern entsprechen müssen, um daraus Textilien herzustellen. Erst mit dem ganzheitlichen Wissen und der Einbindung von Partnern aus den unterschiedlichen Bereichen kann man beginnen, standarisierte Abläufe, zertifizierte Richtlinien sowie Ernte- und Verarbeitungsmaschinen zu entwickeln.

DIE REGIONALE WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Sobald wir wissen, welche Sorten an welchen Orten gut gedeihen und für welche Endprodukte die Rohstoffe bestimmt sind, ist der ideale Zeitpunkt, mit dem Hanfanbau zu beginnen, welcher auf regionaler Ebene weiterverarbeitet werden sollte. In Österreich hat man bereits verschiedene Produktionsarten standarisiert, wo der Landwirt seine Hanfballen (gepresstes Hanfstroh in Rundballen) und seine Hanfsamen an die Weiterverarbeitungsbetriebe liefert und zu festgelegten Konditionen verkauft. Dabei wird der Rohstoff auf verschiedene Qualitätskriterien (wie z.B. Fett- und Peroxid Gehalt der Hanfsamen…) untersucht und den Landwirten entsprechend vergütet. Erst nach Ausarbeitung der Wertschöpfungskette samt Richtlinien und Qualitätskriterien wurden die Ernte- und Verarbeitungsmaschinen entwickelt bzw. modifiziert. In Italien fehlt leider noch eine solche Wertschöpfungskette. Unsere tägliche Arbeit wie auch jene der letzten Jahre besteht darin, eine regionale Wertschöpfungskette zu schaffen, in welcher die ganze Pflanze verarbeitet wird. Diese Wertschöpfungskette soll regional Arbeitsplätze schaffen, den Landwirten eine Abnahmemöglichkeit der Rohstoffe garantieren, um daraus gesunde Produkte herzustellen. In Zusammenarbeit mit einer technischen Hochschule wurde ein Prototyp entwickelt, welcher die Hanfstängel in Fasern für die Textilindustrie und Schäben für die Ziegelproduktion trennen. Das Ziel dieses Projekts war es, den Mechanismus und andere wichtige Details besser zu verstehen. Durch dieses Schulprojekt haben wir auch Textilproduzenten kennengelernt, welche noch alte Maschinen zur Textilverarbeitung haben. Mit diesen Maschinen können wir jetzt verschiedene Hanfsorten testen, um zu verstehen, welche Sorten dafür verwendet werden können und wie qualitativ hochwertig das Endprodukt sein kann. Somit wäre eine Basis geschaffen, die Maschinen so zu dimensionieren, dass diese regional effizient und gewinnbringend eingesetzt werden können. Erst anschließend können wir beginnen, Richtlinien und Qualitätskriterien vom Anbau bis zum Endprodukt zu definieren. Dank jahrelanger intensiver Arbeit können wir jetzt diese Schritte in Gang setzen, um unser höchstes Ziel zu erreichen: Die Verwirklichung des Südtiroler Hanfsystems, der regionalen Wertschöpfungskette, welche in andere Gebiete exportiert oder an deren klimatischen Bedingungen angepasst werden kann. Wir möchten beginnen zu verstehen, was das „Gemeinwohl“ ist, begreifen, dass wir alle verbunden sind, jeder mit seinen Besonderheiten und Realitäten, daher möchten wir die Exzellenz jedes Sektors, der die Hanfpflanze betrifft, kombinieren und Synergien schaffen, wobei die Identität jedes einzelnen respektiert wird.

 

 

DAS MANIFEST: HANF IST EIN GEMEINSCHAFTSGUT

Unsere Passion ist die Hanfpflanze, wir sind davon überzeugt, dass diese Pflanze dem Wohl der Gemeinschaft (Gemeinwohlökonomie, enkeltaugliche Wirtschaft) dienen kann. Bei allen Chancen, welche uns diese wundervolle Pflanze bietet, ist nun der Mensch gefordert, diese auch zu seinem Wohle zu nutzen. Ecopassion möchte sich von der kapitalistischen Logik, dem reinen Profitdenken, lösen, und weder auf Kosten von Mutter Natur noch zu Lasten der Menschen wirtschaften. Wir möchten unsere Erfahrungen teilen, in erster Linie zum Wohle der Gemeinschaft und im vollen Bewusstsein, dass man ihre Kapazität nur in Synergie mit anderen Pionieren und „Gleichgesinnten“ voll ausschöpfen kann. Die Kraft Berge zu versetzen entstammt der Solidarität von Menschen, welche gemeinsam an etwas glauben. Mit der Absicht etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun, legen wir einen Grundstein für unsere Zukunft, wie auch jene unserer Enkelkinder. Anstatt uns immer zu beschweren, haben wir uns entschieden, die „Ärmel hochzukrempeln“, und begonnen an unserer Zukunft zu arbeiten. Wir haben bereits alles zur Verfügung, nun liegt es an uns, alle diese Möglichkeiten zu nutzen. Hanf ist für uns ein konkreter Weg, um Dinge zu ändern, und wir sind überzeugt, was wir nicht schaffen das schaffen unsere Kinder.